Tagarchive:: Teilstationär

Feb 13

Die ideale Ergänzung für die ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist die Tagespflege.

Neben der ambulanten Versorgung von Pflegebedürftigen in Ihren eigenen vier Wänden und den stationären Angeboten in Pflegeheimen gibt es ein drittes Standbein der pflegerischen Versorgung und Betreuung Pflegebedürftiger: die Tagespflege.

Durch das Pflegestärkungsgesetz II hat der Gesetzgeber 2017 diesen Bereich gezielt gestärkt. Neben den Sachleistungen für die ambulante Pflege stehen den Versicherten nun auch das gleichhohe, zusätzliche, Budget für den Besuch einer Tagespflege Einrichtung zur Verfügung.

Die Tagespflege ist ein Teilstationäres Angebot, das punktuell die Betreuung und Versorgung der pflegebedürftigen Menschen übernimmt. In der Regel handelt es sich um ein werktägliches Angebot von Montag bis Freitag mit einer Kernzeit von 9.00 bis 15.00 Uhr (zzgl. Weg- und Fahrtzeiten zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr).

Die Pflegebedürftigen werden hierbei von Angehörigen oder durch einen Fahrdienst morgens zur Tagespflegeeinrichtung gebracht, verbringen dann dort Ihren Tag in einer Gruppe von durchschnittlich 10-20 Personen mit professioneller Betreuung durch Pflegekräfte. Am Nachmittag wird dann durch die Tagespflegestätte die Rückfahrt organisiert bzw. die Pflegebedürftigen von Ihren Angehörigen wieder abgeholt.

Die Tagespflegestätte organisiert den Tagesablauf der Pflegebedürftigen durch adäquate, aktivierende Betreuungsangebote und eine durchgehende Freizeitgestaltung sowie Verpflegung und – soweit diese benötigt wird – auch pflegerische Unterstützung. Hinzu kommen zusätzliche Betreuungs- und Aktivierungsangebote gem. § 87b SGB XI.

Den Pflegebedürftigen wird durch den Besuch einer Tagespflegestätte sowohl eine professionelle Betreuung und Versorgung zu Teil als auch eine qualitativ hochwertige Freizeitgestaltung ermöglicht. Zudem erhalten die Pflegebedürftigen die Möglichkeit zwischenmenschliche Kontakte zu pflegen und sich auszutauschen.

Als Ergänzung zur ambulanten Versorgung im Haushalt des pflegebedürftigen Menschen durch die Angehörigen oder einen Pflegedienst, schafft die Tagespflege zeitliche Freiräume und Pausen für pflegende Angehörige. Angehörigen ist es durch das Angebot einer Tagespflege möglich weiterhin Ihrem Beruf nachzugehen und/oder notwendige Auszeiten und Ruhezeiten zu erhalten. Des Weiteren ermöglicht die Tagespflege vielen Pflegebedürftigen, die keine pflegenden Angehörigen haben oder keine 24-Std.-Hilfskraft beschäftigen, im eigenen Haushalt zu verbleiben.

Liberté ambulanter Pflegedienst unterstützt Sie gerne bei der Suche nach Tagespflegeplätzen. Für unsere Kunden organisieren wir die zeitlichen Abläufe und die Kommunikation zwischen ambulanter Pflege und Tagespflege.

Jun 02
Was bedeutet Pfegebedürftigkeit?

Als pflegebedürftig definiert der Gesetzgeber nach § 14,1 SGB XI alle Personen, die durch körperliche, geistige oder seelische Erkrankungen oder Behinderungen nicht in der Lage sind, die regelmäßig erforderlichen Verrichtungen des Alltags auszuführen und deshalb in erheblichem oder höherem Maße fremder Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität bedürfen. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate gegeben sein.

Die Pflegeversicherung übernimmt Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Liegt Pflegebedürftigkeit vor, so kann der Pflegebedürftige bei der Pflegekasse, die seiner Krankenkasse angegliedert ist, einen Antrag auf Einstufung in die Pflegeversicherung stellen. Die erforderlichen Formulare können bei der Kasse angefordert werden. Nach Eingang des Antrags wird der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) von der Pflegekasse beauftragt, ein Gutachten über die Pflegebedürftigkeit der betreffenden Person zu erstellen. Hierfür wird ein Termin beim Pflegebedürftigen vor Ort vereinbart. Mit Hilfe des Gutachtens entscheidet die Pflegekasse über die Einstufung.

Je nach Grad der Pflegebedürftigkeit werden die betreffenden Personen in eine der drei Pflegestufen eingestuft:

Pflegestufe I (Erhebliche Pflegebedürftigkeit)
Bedarf: Hilfe bei mindestens 2 Verrichtungen aus dem Bereich der Grundpflege mindestens einmal täglich und zusätzlich mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Zeitaufwand: mind. 1,5 Std. pro Tag, davon mehr als 45 Min. Grundpflege
Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftigkeit)
Bedarf: Hilfe im Bereich der Grundpflege dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten und zusätzlich mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Zeitaufwand: mind. 3 Std. pro Tag, davon min. 2 Std. Grundpflege
Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit)
Bedarf: Hilfe im Bereich der Grundpflege täglich rund um die Uhr und zusätzlich mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Zeitaufwand: mind. 5 Std. pro Tag, davon min. 3 Std. Grundpflege





Zu den Leistungen der Pflegeversicherung sind nachfolgend die relevantesten aufgeführt:

Pflegeleistungen und Höchstbeträge
Leistung Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III
Häusliche Pflege pro Monat (Sachleistung)
bei Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst
440,00 € 1.040,00 € 1.510,00 €
Pflegegeld pro Monat
(Geldleistung) bei pflegenden Anghörigen oder privat engagierten Pflegekräften
225,00 € 430,00 € 685,00 €
Ersatzpflegekraft im Kalenderjahr
(Urlaubs-/Abwesenheitsvetretung)
1.510,00 € 1.510,00 € 1.510,00 €
Kurzzeitpflege im Kalenderjahr 1.510,00 € 1.510,00 € 1.510,00 €
Teilstationäre Pflege pro Monat
(z.B. bei einer Unterbringung in einer Tagesklinik)
440,00 € 1.040,00 € 1.510,00 €
Vollstationäre Pflege pro Monat
(Heimunterbringung)
1.023,00 € 1.279,00 € 1.510,00 €
Quelle AOK – Stand 01.01.2010