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Jun 02
Was bedeutet Pfegebedürftigkeit?

Als pflegebedürftig definiert der Gesetzgeber nach § 14,1 SGB XI alle Personen, die durch körperliche, geistige oder seelische Erkrankungen oder Behinderungen nicht in der Lage sind, die regelmäßig erforderlichen Verrichtungen des Alltags auszuführen und deshalb in erheblichem oder höherem Maße fremder Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität bedürfen. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate gegeben sein.

Die Pflegeversicherung übernimmt Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Liegt Pflegebedürftigkeit vor, so kann der Pflegebedürftige bei der Pflegekasse, die seiner Krankenkasse angegliedert ist, einen Antrag auf Einstufung in die Pflegeversicherung stellen. Die erforderlichen Formulare können bei der Kasse angefordert werden. Nach Eingang des Antrags wird der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) von der Pflegekasse beauftragt, ein Gutachten über die Pflegebedürftigkeit der betreffenden Person zu erstellen. Hierfür wird ein Termin beim Pflegebedürftigen vor Ort vereinbart. Mit Hilfe des Gutachtens entscheidet die Pflegekasse über die Einstufung.

Je nach Grad der Pflegebedürftigkeit werden die betreffenden Personen in eine der drei Pflegestufen eingestuft:

Pflegestufe I (Erhebliche Pflegebedürftigkeit)
Bedarf: Hilfe bei mindestens 2 Verrichtungen aus dem Bereich der Grundpflege mindestens einmal täglich und zusätzlich mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Zeitaufwand: mind. 1,5 Std. pro Tag, davon mehr als 45 Min. Grundpflege
Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftigkeit)
Bedarf: Hilfe im Bereich der Grundpflege dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten und zusätzlich mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Zeitaufwand: mind. 3 Std. pro Tag, davon min. 2 Std. Grundpflege
Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit)
Bedarf: Hilfe im Bereich der Grundpflege täglich rund um die Uhr und zusätzlich mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Zeitaufwand: mind. 5 Std. pro Tag, davon min. 3 Std. Grundpflege





Zu den Leistungen der Pflegeversicherung sind nachfolgend die relevantesten aufgeführt:

Pflegeleistungen und Höchstbeträge
Leistung Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III
Häusliche Pflege pro Monat (Sachleistung)
bei Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst
440,00 € 1.040,00 € 1.510,00 €
Pflegegeld pro Monat
(Geldleistung) bei pflegenden Anghörigen oder privat engagierten Pflegekräften
225,00 € 430,00 € 685,00 €
Ersatzpflegekraft im Kalenderjahr
(Urlaubs-/Abwesenheitsvetretung)
1.510,00 € 1.510,00 € 1.510,00 €
Kurzzeitpflege im Kalenderjahr 1.510,00 € 1.510,00 € 1.510,00 €
Teilstationäre Pflege pro Monat
(z.B. bei einer Unterbringung in einer Tagesklinik)
440,00 € 1.040,00 € 1.510,00 €
Vollstationäre Pflege pro Monat
(Heimunterbringung)
1.023,00 € 1.279,00 € 1.510,00 €
Quelle AOK – Stand 01.01.2010